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Am Ende einer abenteuerlichen Wanderung gelingt es dem Mädchen,
das Geheimnis der rätselhaften Stille zu ergründen und
die Lebensfreude ins Immergrüne Königreich zurückzubringen.
Die außergewöhnlichen Illustrationen zeigen den Kindern, dass der Wald von
phantastischen Wesen bevölkert ist, die nur darauf warten,
entdeckt zu werden.
"Prädikat Herausragend" - Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Schweiz "Das Zusammenspiel von Bildern und
Handlung ist einfach perfekt." - Jugendschriftenausschuss des BLLVKurze Leseprobe aus dem Buch "Die Waldmeisterin" "Wem gehört wohl dieses wunderschöne Zelt?", denkt sie. "Dem struppigen Riesen bestimmt nicht." Sie schleicht sich näher. Es scheint niemand da zu sein. Janni schlägt leise den Zeltstoff am Eingang zurück und lugt hinein. Jetzt muss sie aber staunen. Das Zelt gehört doch dem Riesen! Fein säuberlich sind an der Rückwand viele Holzkisten nebeneinander gestellt. "Seine Tresore!", murmelt Janni. Da drinnen also ist die Musik eines ganzen Königreiches eingeschlossen. Sie muss handeln und zwar schnell. Wer weiß, wie voll die Kiste schon ist, in die der Riese seine Flöte leert. Vielleicht ist er schon auf dem Weg hierher! Sie merkt auf einmal, dass sie Angst hat. So kurz vor dem Ziel... Janni mag gar nicht daran denken, was passiert, wenn der Riese sie hier erwischt! Aber sie überwindet sich und geht ins Zelt hinein, hinter zu den Truhen. Behutsam hebt sie den Deckel der ersten Kiste. Sie ist leer! Sie öffnet die zweite. Auch die ist leer! "Wo hat er nur die vielen Töne eingeschlossen?", denkt Janni verzweifelt. Da sieht sie, wie aus den beiden Truhen regenbogenfarbene Nebelschwaden quellen. Die leuchtenden Wolken hüllen Janni in Windeseile ein und füllen bald das ganze Zelt. Durch die offene Zelttür strömen sie hinaus ins Freie. Janni öffnet rasch eine Kiste nach der andern. Draußen ertönt ein leises Summen, ein zaghaftes Zwitschern, das Plätschern eines sanften Wassers. Die Töne werden lauter und immer lauter. Aus allen Ecken und Richtungen sprudeln sie hervor! Als sie den schweren Deckel der letzten Kiste hochheben will, hört sie auf der Wiese ein entsetzliches Gebrüll wie von einem Löwen. Das Brüllen kommt schnell näher, und Janni kann sich gerade noch hinter der Kiste verstecken. Der Vorhang am Zelteingang wird zurückgeschlagen, und vor ihr steht der stöhnende Riese. Seine Steinaugen sind rot. In der Hand hält er seine Flöte wie eine Waffe. Als er die offenen Kisten erblickt, schreit er auf, als ob ihn ein Pfeil getroffen hätte. Janni zittert in ihrem Versteck. Sie spürt, wie groß sein Schmerz ist, wie sehr er um die verlorenen Schätze trauert! Der Riese stürzt auf die geschlossene Kiste zu und reißt den Deckel auf. "Fort!", brüllt er, "weg damit!" Er will diese Töne jetzt auch nicht mehr haben. Dann sinkt er auf den Boden und kauert sich zusammen wie ein kleines Kind. Immer wieder vom Schluchzen geschüttelt, jammert er. Dann wimmert er nur noch leise vor sich hin. Währenddessen verlassen die letzten Töne langsam den Raum... © Buchecker Verlag